Aktuelle Tätigkeit

In den letzten Jahren habe ich mich vor allem mit der Frage beschäftigt, wie das Wissen und die Methoden der Gesprächsforschung in der Praxis angewendet werden können. Dazu gehört die Ermittlung von Handlungsfeldern, in denen ein deutlicher Bedarf nach fundiertem Wissen und validierten Vorgehensweisen besteht (z.B. Personalwesen, Organisationsentwicklung, Kommunikationsoptimierung), und das Entwickeln von leistungsfähigen Instrumenten auf wissenschaftlicher Grundlage für die unterschiedlichen Aufgaben in diesen Handlungsfeldern.

Ganz wesentlich ist dabei die Entwicklung von didaktischen Konzepten zur Vermittlung der gefundenen Problemlösungen, was ja traditionell in der Wissenschaft keine Rolle spielt.

Ein weiterer Schwerpunkt meiner Tätigkeit stellt die Konstitution der Gesprächsforschung als eigenständiger Forschungsdisziplin dar. Es geht mir - zusammen mit vielen engagierten Kolleginnen und Kollegen - darum, gesichertes Wissen zu dokumentieren, einen Kanon der angemessenen Vorgehensweisen zu entwickeln und Standards zu definieren. Gerade für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist das von entscheidender Bedeutung.

Forschungsverlauf

Durch meine Promotion "Ironie in der Alltagssprache" (1998) haben sich in meiner wissenschaftlichen Tätigkeit drei thematische Schwerpunkte entwickelt:
  • ästhetische Kommunikation: Ironie, Scherzkommunikation, Fiktionalisierungen, Frotzeln, Anspielungen, Lautspielereien usw.

  • Bewertungsprozesse: Ausdrucksformen (wie z.B. Ironie) und Funktionen von Bewertungen in Gesprächen

  • Vergemeinschaftungsprozesse: Kollektive Ästhetik und die Äußerung, Aushandlung und Bestätigung von Wertsystemen sind grundlegende Mittel, mit denen Menschen die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft herstellen wie Familie oder Peer-Group, aber auch berufliche Arbeitsgruppe oder Unternehmen.

Diese Forschungsthemen konnte ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter in dem DFG-Projekt "Ästhetisierungsphänomene in der Kommunikation Jugendlicher" weiter verfolgen, das 2001 abgeschlossen wurde. Es handelte sich dabei um ein Unterprojekt des Teilprojektes 8 des SFB 511 "Literatur und Anthropologie" an der Universität Konstanz mit dem Titel "Ästhetische Phänomene in mündlichen kommunikativen Formen und Gattungen: Von Rahmung zu Performance" unter der Leitung von Prof. Thomas Luckmann, Prof. Elizabeth Couper-Kuhlen, Prof. Susanne Günthner (jetzt Uni Münster) und Prof. Helga Kotthoff (jetzt PH Freiburg).

Meine Forschungsinteressen wurden dabei um die Untersuchung der Kommunikation unter Jugendlichen erweitert.